Grünes JA zum Kunsthaus
Die Grünen Stadt Zürich haben die JA-Parole zur Kunsthaus-Vorlage vom 27. September 2026 beschlossen.
Das Kunsthaus gehört zu Zürich. Es ist historisch, kulturell und institutionell eng mit der Stadt verbunden. Die Begegnungen, die es über Generationen und gesellschaftliche Gruppen hinweg ermöglicht, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als meistbesuchtes Kunstmuseum der Schweiz ist es zudem weit über die Stadtgrenzen hinaus von grosser Bedeutung für die Kulturlandschaft.
Am 27. September 2026 stimmen wir über höhere Beiträge an das Kunsthaus Zürich ab.
Mit einem Ja sichern wir ein attraktives Kunsthaus, das für die Bevölkerung breit zugänglich bleibt und ein international anerkanntes Ausstellungsprogramm bietet. Gleichzeitig ermöglichen die zusätzlichen Mittel Verbesserungen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Personal.
Trotz grosser eigener Anstrengungen ist das Kunsthaus auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Aktuell übersteigen die Kosten des Museumsbetriebs die Einnahmen, trotz grossem Publikumserfolg. Zudem steht die Sanierung der historischen Gebäude an. Deshalb benötigt da Kunsthaus jährlich zusätzliche Beiträge der Stadt von 7,3 Mio. Franken.
Der Zürcher Gemeinderat hat der Vorlage mit 100 zu 16 Stimmen deutlich zugestimmt. Auch der Stadtrat empfiehlt ein Ja. Die Parteien FDP, GLP, Grüne, Mitte und SP haben die Ja-Parole beschlossen.
Die Grünen Stadt Zürich haben die JA-Parole zur Kunsthaus-Vorlage vom 27. September 2026 beschlossen.
«Das Kunsthaus muss seine Grandezza bewahren können, auch wenn es etwas kostet – eine Light-Version ist keine Alternative.»
Mit diesen Worten schliesst ein ausführlicher Kommentar, mit dem die die NZZ ein JA zum Kunsthaus empfiehlt.
Warum braucht das Kunsthaus trotz hoher Besucherzahlen zusätzliche Unterstützung der Stadt? Direktorin Ann Demeester spricht über die Finanzierung, die Öffnung des Museums und die Abstimmung vom 27. September.
Mitten in den Sommerferien lancieren die Befürworter der Kunsthaus-Vorlage ihre Kampagne. Unterstützung erhalten sie von bekannten Namen aus Kultur, Gastronomie, Wirtschaft und Medizin.
Das Kunsthaus wird von zwei Organisationen getragen. Die Abstimmungsvorlage sieht für beide höhere Beiträge der Stadt vor:
Die Zürcher Kunstgesellschaft betreibt das Museum. Sie soll neu jährlich 17,6 statt 13,6 Mio. Franken erhalten. Das entspricht einer Erhöhung um 4 Mio. Franken. Die Erhöhung ist bis 2033 befristet; anschliessend entscheidet der Gemeinderat neu.
Die Stiftung Zürcher Kunsthaus unterhält die Gebäude. Sie soll künftig jährlich 8,2 statt 4,9 Mio. Franken erhalten. Das entspricht einer Erhöhung um 3,3 Mio. Franken.
Die Zürcher Kunstgesellschaft schreibt heute Defizite. Gleichzeitig reichen die bisherigen Beiträge der Stiftung Zürcher Kunsthaus für die notwendige Gesamtsanierung der Gebäude nicht aus. Spätestens ab 2030 könnte die Stiftung ihre Unterhaltspflichten nicht mehr vollständig erfüllen.
Seit der Eröffnung des Chipperfield-Neubaus besuchen jährlich mehr als eine halbe Million Menschen das Kunsthaus. Diese Erfolgsgeschichte übertrifft die ursprünglichen Prognosen in nahezu allen Bereichen: bei den Einnahmen aus Ticketing, Vermietung und Shops.
Auf der Kostenseite hingegen wurden die Grössenordnungen falsch eingeschätzt. Der Betrieb der verdoppelten Ausstellungsfläche und das erweiterte Programm erwiesen sich als deutlich aufwendiger als geplant. Verschärft wird die Situation durch die allgemeine Teuerung, gestiegene Energiepreise, erhöhte Sicherheitsanforderungen sowie faire Anstellungsbedingungen im Rahmen eines Gesamtarbeitsvertrags. Dazu kommt, dass die Gebäudebeiträge an die Stiftung Zürcher Kunsthaus in der Vergangenheit systematisch zu tief angesetzt wurden.
Mit einem Ja sichern wir ein Kunsthaus, das offen, vielfältig und zugänglich bleibt. Wir erhalten eine der wichtigsten Kulturinstitutionen unserer Stadt, stärken den Kulturstandort Zürich und investieren in ein lebendiges Kunsthaus – für Zürich, für die Bevölkerung und für kommende Generationen.
Përparim Avdili, Gemeinderat & Parteipräsident FDP Stadt Zürich; Maya Kägi Götz, Gemeinderätin SP; Serap Kahriman, Gemeinderätin & Co-Fraktionspräsidentin GLP Stadt Zürich; Wolfgang Kweitel, Gemeinderat & Parteipräsident Die Mitte Stadt Zürich; Beda Achermann, Creative Director; Matthias Ackeret, Verleger & Chefredaktor; Gülsha Adilji, Journalistin und Moderatorin; Islam Alijaj, Nationalrat SP; Bettina Balmer, Nationalrätin FDP; Nicole Barandun-Gross, Nationalrätin Die Mitte; Daniel Baumann, ehemaliger Direktor Kunsthalle Zürich; Sabian Baumann, Künstler*; Thomas Bechtler, Kunstsammler und Unternehmer; Ivo Bieri, Gemeinderat SP & Gemeinderatspräsident Zürich; Rudi Bindella, Unternehmer; Boris Blank, Yello; Marc Blickenstorfer, Gastrounternehmer & Rechtsanwalt; Frank Bodin, Werber; Michaela Braun, Kulturmanagerin; Matthias Brunner, Kurator für Film, Künstler, Sammler; Mayo Bucher, Künstler; Daniele Buetti, Künstler; Ishita Chakraborty, Künstlerin und Poetin; Marie-Antoinette Chiarenza, Künstlerin Kollektiv RELAX; Michel Comte, Fotograf und Künstler; Bice Curiger, Kunsthistorikerin und Kuratorin; Karolina Dankow, Galeristin; Andriu Deplazes, Künstler; Severin Dressen, Direktor Zoo Zürich; Bettina Durrer, Vorstand Pro Kultur Kanton Zürich; Hayat Erdoğan, Autorin und Dramaturgin; Patricia Reinhart Faessler, Künstlerin und Produzentin; Fanni Fetzer, Direktorin Kunstmuseum Luzern; Doris Fiala, alt Nationalrätin FDP; Peter Fischli, Künstler; Fredi Fischli, Kurator; Nicola Forster, Unternehmer; Victor Gisler, Galerist; Corina Gredig, Nationalrätin GLP; Dana Grigorcea, Schriftstellerin; Michael Grotzer, Ärztlicher Direktor, Universitätskinderspital Zürich; Mike Guyer, Architekt; Christian Herdeg, Lichtkünstler; Daniel Hauser, Künstler Kollektiv RELAX; Fanny Hauser, Direktorin & Kuratorin Kunsthalle Zürich; Raphael Hefti, Künstler; Michael Hermann, Politikwissenschaftler; Jean-Pierre Hoby, ehemaliger Direktor Kultur Stadt Zürich; Franz Hohler, Schriftsteller & Kabarettist; Christian Huser, Gemeinderat FDP; Shamiran Istifan, Künstlerin; Tobias Kaspar, Künstler; Peter Kilchmann, Galerist; Sabine Koch, Gemeinderätin FDP; Andrea Kracht, Hotelier; Pascal Lamprecht, Gemeinderat SP; Carlos Leal, Schauspieler und Musiker; Izidora | LETHE, Künstler:in; Fabienne Louves, Sängerin und Schauspielerin; Marie Lusa, Creative Director und Galeristin; Liv Mahrer, Gemeinderätin SP; Min Li Marti, Nationalrätin SP; Florian von Meiss, Rechtsanwalt; Tiana Angelina Moser, Ständerätin GLP; Heike Munder, Rektorin F+F – Schule für Kunst und Design, Kuratorin und kulturelle Beraterin; Ann-Catherine Nabholz, Alt-Gemeinderätin der Stadt Zürich; Yasmin Naderi Afschar, Co-Direktorin Migros Museum für Gegenwartskunst; Alana Netzer, Unternehmerin; Yves Netzhammer, Künstler; Marina Olsen, Galeristin; Niels Olsen, Direktor gta Exhibitions ETH Zürich; Elif Oskan, Gastronomin; Michel Péclard, Gastronom; Michel J. Pernet, Kulturveranstalter; Katharina Prelicz-Huber, Nationalrätin Grüne, Milan Prenosil, Präsident der City Vereinigung Zürich; Eva Presenhuber, Galeristin; Alexandra Prusa, Schauspiel, Gesang und Kreation; Beat Raeber, Kunsthistoriker und Unternehmer; Dr. Andreas Ritter, Rechtsanwalt; Daniel Rohr, Leiter Theater Rigiblick; Sonja Rueff-Frenkel, Kantonsrätin FDP; Philippe Sablonier, Geschäftsleiter Pro Kultur Kanton Zürich; Rafael Sanchez, Co-Intendant Schauspielhaus Zürich; Sabine Schaschl, Direktorin Haus Konstruktiv; Hanna Scheuring, Leiterin Bernhard Theater; Ilona Schmiel, Intendantin Tonhalle Orchester; Matthias Schulz, Intendant Opernhaus Zürich; Andreas Spillmann, Kulturmanager; Martin Spillmann, Werber; Daniel Stauffacher, Ehem. Botschafter, Gründer ICT4Peace.org; Nicola Steiner, Leiterin Literaturhaus; Astrid von Stockar, Unternehmerin & Präsidentin Theater Winkelwiese; Lara Stoll, Schauspielerin; Charlotte von Stotzingen, Founding Director Zurich Art Weekend; Christoph Stuehn, Direktor Volkshochschule Zürich; Martin Suter, Schriftsteller; Sylwina, Moderatorin; Sophie Toth, Filmproduzentin; Bob van Orsouw, Galerist; Susanne Walder, editor in chief; Tobias Weber, Rektor RG Rämibühl; Karin Weyermann, Gemeinderätin & Vize-Fraktionspräsidentin Die Mitte Stadt Zürich; Latefa Wiersch, Künstlerin; Anita Winter, Präsidentin & Gründerin Gamaraal Foundation; Eva-Maria Würth, Präsidentin Pro Kultur Kanton Zürich; Martin Zimper, Professor emeritus, Zürcher Hochschule der Künste; Stefan Zweifel, Autor & Philosoph.
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Die letzte Volksabstimmung liegt rund fünfzehn Jahre zurück. Aufgrund eines Zusammenspiels von Fehleinschätzungen – z.B. unterschätzter Personalbedarf für die durch den Chipperfield-Neubau verdoppelte Ausstellungsfläche – und so nicht vorhersehbaren Entwicklungen – z.B. viel höhere Energiepreise und höhere Anforderungen bezüglich Cybersecurity – reichen die damals gesprochenen Beiträge für den Museumsbetrieb nicht aus. Bezüglich des Gebäudeunterhalts wurden die Beiträge systematisch zu tief angesetzt.
Bedauerliche Fehleinschätzungen im Vorfeld der letzten Volksabstimmung zusammen mit unvorhersehbaren Entwicklungen (z.B. höhere Energiepreise) haben die zweite Volksabstimmung innert fünfzehn Jahren nötig gemacht, aber nun hat sich die Lage des Kunsthauses stabilisiert. Es spricht heute nichts dafür, dass die beantragten Gelder nicht ausreichen werden.
Der Beitrag der Stadt Zürich an die Zürcher Kunstgesellschaft, der die aktuellen Defizite des Museumsbetriebs deckt, ist bis 2033 befristet und wird dann vom Gemeinderat überprüft. Der Beitrag an die Stiftung Zürcher Kunsthaus ist unverzichtbar für die anstehende Sanierung der historischen Gebäude. Diese kann nur in Angriff genommen werden, wenn die Finanzierung vollständig gesichert ist.
Leider nein. Der Anteil der privaten Finanzierung ist beim Kunsthaus Zürich vergleichsweise hoch, rund die Hälfte der Kosten des Museumsbetriebs werden durch Ticketverkäufe, Mitgliederbeiträge, Sponsoring und private Zuwendungen bezahlt. Auch wurden für den Chipperfield-Neubau private Gelder über rund CHF 85 Mio. gesammelt.
Damit das Museum aber der ganzen Bevölkerung und nicht nur einem zahlungskräftigen Publikum offensteht, sind auch öffentliche Mittel nötig, und eine private Finanzierung der anstehenden Gebäudesanierungen ist grundsätzlich unrealistisch.
Wenn das Volk der Vorlage zustimmt, werden die zusätzlichen Mittel für das Kunsthaus nicht anderen Kulturinstitutionen weggenommen, sondern stehen dem Kulturbereich zusätzlich zur Verfügung. Pro Kultur Kanton Zürich und die Berufsverbände visuelle Kunst Visarte Schweiz und Visarte Zürich haben dem Gemeinderat empfohlen, dem Antrag zuzustimmen. Ihre Begründung:
Das Kunsthaus Zürich ist ein wichtiger Teil des kulturellen Gesamtsystems. Indem es die Aufmerksamkeit für Zürich als Kunststandort insgesamt garantiert, leistet es auch einen unerlässlichen Beitrag zur lokalen Kunstszene, von weiteren Kulturinstitutionen über Galerien und Projekträume bis zur freien Szene.
Ja, punktuell besteht Anpassungsbedarf. Um für alle Angestellten des Kunsthauses faire und marktgerechte Löhne und Anstellungsbedingungen zu ermöglichen, befindet sich der Gesamtarbeitsvertrag aktuell in Revision. Neben dem Personalausbau werden auch diese Anpassungen zu Mehrkosten führen.
Dies hat mit der Abstimmungsvorlage nichts zu tun. Der Gemeinderat hat für die Provenienzforschung separat zusätzliche Mittel bewilligt. Diese Forschung stellt sicher, dass im Kunsthaus nur Bilder hängen, deren Provenienz unproblematisch ist.
Die geplante Anpassung des Stiftungszwecks der Bührle-Stiftung – diese möchte die Verpflichtung, die Bilder der Sammlung E. G. Bührle in Zürich zu zeigen, per Mitte der 2030er-Jahre aufheben – hat auch keinen Zusammenhang. Das Kunsthaus Zürich möchte die Bührle-Sammlung weiterhin zeigen. Auch ohne sie könnte es aber dank der bedeutenden eigenen Sammlung und starken internationalen Netzwerken weiterhin ein attraktives Programm zeigen. Zudem ist die Beitragserhöhung für die Zürcher Kunstgesellschaft bis Ende 2033 befristet und wird dann vom Gemeinderat überprüft – dieser wird seinen Entscheid in Kenntnis von Verbleib oder Wegzug der Bührle-Sammlung fällen können.
Ja, die öffentlichen Mittel stellen sicher, dass das Museum der ganzen Bevölkerung und nicht nur einem zahlungskräftigen Publikum offensteht. In diesem Zusammenhang profitieren sie künftig viermal jährlich von freiem Eintritt in die Ausstellungen. Neben der Sicherung eines attraktiven Kunsthauses, das wiederum einen grossen Beitrag zu einem starken Kunststandort Zürich leistet und die Ausstrahlung Zürichs als Kulturstadt insgesamt stärkt, lassen Kunsthausbesuche beispielsweise in Gastronomie und Hotellerie Arbeitsplätze und Steuereinnahmen entstehen.
Das Kunsthaus leistet einen zentralen Beitrag zur kulturellen Strahlkraft unserer Stadt insgesamt. Zudem bietet es unserer polarisierten Gesellschaft Gelegenheiten zu Begegnung und Dialog über die Grenzen von Generationen und gesellschaftlichen Gruppen hinweg. Es sorgt für Wertschöpfung in Gastronomie und Tourismus und für Steuereinnahmen. Und nicht zuletzt werden die vorgesehenen Gebäudesanierungen den Energieverbrauch der Gebäude massgeblich senken.
Die Beitragserhöhung an die Stiftung Zürcher Kunsthaus wird die anstehenden Sanierungen der historischen Gebäude ermöglichen. Damit wird der Energieverbrauch des Kunsthauses massiv reduziert werden können. Zudem sollen die heutigen fossilen Energieträger durch Fernwärme ersetzt werden. Ein Postulat des Gemeinderats, das zusammen mit dem Beschluss über die Subventionserhöhung überwiesen wurde, verleiht der Forderung nach mehr ökologischer Nachhaltigkeit Nachdruck.
Ja, ein gravierendes: Es drohen die Schliessung von Gebäudeteilen, ein Stellenabbau und die Reduktion von Vermittlungsangeboten. Ohne die notwendige Sanierung können die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher des Kunsthauses, der Schutz des Kulturguts und der Betrieb des Museums langfristig nicht gewährleistet werden. Das würde den Publikumserfolg und die internationale Anerkennung des Kunsthauses und der Stadt Zürich akut gefährden.
Ein JA am 27. September ist für das Kunsthaus sehr wichtig. Deshalb engagieren wir uns als Komitee für die Vorlage. Darüber hinaus ist eine Volksabstimmung immer eine Chance auf öffentliche Aufmerksamkeit. Wir nutzen die Gelegenheit, aufzuzeigen, was das Kunsthaus für Zürich leistet und wieviele Fans es in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft hat.